Die Sehnsucht nach Unschuld in einer blinden Welt.

🌍 Es gibt einen Schmerz, der sich nicht wie ein einzelnes Ereignis anfĂŒhlt, sondern wie ein Grundrauschen im Leben. Einen Schmerz, den man oft erst spĂ€t erkennt, weil er so frĂŒh entstanden ist und so viele Schichten an Heilung benötigt um am Kern erfasst zu werden. Nicht im Kopf – im Körper. 

Er hat nichts mit Schuldzuweisungen zu tun. Er kommt aus etwas viel Einfacherem – und genau deshalb ist er so brutal: Aus der Sehnsucht danach, dass Unschuld unberĂŒhrt bleiben darf

Dass eine Seele nicht benutzt wird. Dass man fallen lassen kann, ohne dass jemand etwas daraus macht. Dass es Orte gibt, an denen man nicht wachsam sein muss, nicht funktionieren, nicht erklĂ€ren, nicht aushalten. FĂŒr manche Menschen ist genau das nie da gewesen. Weil es niemanden gab, der gesagt hat: Du bist sicher. Du darfst einfach sein. Ich halte dich. DU MUSST NICHTS.

Dieser Schmerz ist Urangst und Urtrauer zugleich. Urangst, weil das System gelernt hat, dass Loslassen gefĂ€hrlich sein könnte. Und Urtrauer, weil man irgendwann begreift, dass einem etwas gefehlt hat, was jedem Menschen zustehen sollte. Es geht dabei nicht nur um die eigene Geschichte. Es geht um den Moment, in dem man anfĂ€ngt zu sehen, wie die Welt funktioniert. 

Wie Menschen lĂ€stern, benutzen, zynisch werden, Unschuld belĂ€cheln oder zerstören– und das als NormalitĂ€t verkaufen. 

Wo Erfolg ĂŒber der Kundenbindung steht, wo Liebe als Rettung gilt, wo Leistung ĂŒber dem Wesen selbst steht. Wo geschossen wird, wenn man nicht trĂ€gt. Wo die Sache wichtiger ist, wie die Seele. Wo Konsum ĂŒber Menschlichkeit steht. Pflicht ĂŒber Sein. Leistung ĂŒber Miteinander…..

Wo das Außen mehr Wert hat als das Innen.

Es trifft mitten ins Herz. Nicht nur, weil die eigene Unschuld nicht beschĂŒtzt wurde, sondern weil man erwachsen wird und erkennt: Diese Welt trĂ€gt Reinheit und Unschuld nicht! 

Viele können damit leben, indem sie sich anpassen bzw. so abstumpfen, dass sie mitmachen können. Indem sie die eigene Seele kaum wahrnehmen. Andere können das nicht. Sie tragen etwas in sich, das sich nicht verleugnen lĂ€sst, ohne innerlich zu zerbrechen. Hier erkennt man dann, dass jeder Versuch, den inneren Anteil loszuwerden, um den Schmerz nicht mehr zu spĂŒren, sinnlos ist, und man erkennt:

♟ Ich gehöre hier nicht hin. 

Du sitzt im falschen Feld. Es ist Schmerzhaft und doch Befreiung gleichzeitig. Weil man endlich aufhören kann, sich zu verbiegen. 

Weil es beginnt, dass man etwas nicht mehr verraten kann. Weil es Orte, Beziehungsformen gibt, in denen man spĂŒrt: Wenn ich hier bleibe, verliere ich etwas Wesentliches von mir. Wenn Überleben endet und Lebendigkeit geboren werden möchte.

Du bist zu offen fĂŒr eine verschlossene Welt und dein Schmerz ist keine Wunde, sondern der Beweis – dass du nicht bereit bist Zugehörigkeit mit deiner Unschuld zu bezahlen. 

Aber bevor du dich befreien kannst, taucht die Abschiedswunde auf – die ich dir jetzt entlarve:

âšĄïžBei dir kann nichts bleiben. 

Du bist zu viel. Zu tief. Zu unbequem. Bei dir bleibt nichts. Schlimmer noch: Du willst zuviel. Irgendwann beginnt man, es selbst zu glauben. Dann entsteht diese innere Angst, dass alles geht, weil man selbst nichts tragen kann. Doch das ist eine Verdrehung der Wahrheit. 

Was wirklich passiert ist: Man hat gelernt zu bleiben, wo man sich selbst verraten musste. Man hat ausgehalten, sich angepasst, getragen, geschlichtet, gemanagt 
 Ich weiß, du wolltest das nie, es ist der Mangel an Wahl, weil dir noch nie etwas anderes begegnet ist. Genau das hat sich angefĂŒhlt wie NICHTS BLEIBT.

Die Wahrheit ist eine andere: Du konntest sehr wohl halten, du bist BindungsfĂ€higer wie alles was dir begegnet. Du hast nur zu lange dort gehalten, wo Unversehrtheit nicht möglich war. Die Lösung liegt nicht darin, Menschen noch besser auszuhalten. Sie liegt darin, endlich frei zu sein, in dir selbst. Frei genug, um nicht mehr bleiben zu mĂŒssen. Frei genug, um zu wĂ€hlen. 

Aber erst wenn du gehen kannst, ohne dich zu verlieren, kannst du auch bleiben, ohne dich zu verraten. Und dann zeigt sich: Bei dir bleibt sehr viel. Nur nicht mehr das, was dich beschÀdigt.

Die Schwierigkeit darin sind deine Schnelligkeit und deine Talente, die sich oft zu außergewöhnlich fĂŒr diese Erde anfĂŒhlen, als dass sie jemand halten könnte.

Die Wunde schließt nicht wenn du stoppst und verkleinerst- sondern wenn du endlich bereit bist dein Feld im Schwarzfeuer zu baden und einen lebenden Beweis bekommst, dass dich jemand sehen, bezeugen und halten kann – mit allem was du bist. Ich bin hier. 

Dieser Text ist fĂŒr Menschen, die genau das fĂŒhlen. Deren Schmerz daher kommt, dass sie Wahrheit, Schutz und Unschuld ernster nehmen als das, was ihnen oft begegnet. 

An die Menschen, die nicht geboren sind, um bequem zu sein, sondern die eine Erinnerung sind an eine Wahrheit, die niemand hören will und die lĂ€ngst vergessen wurde – aber die befreit. An die Seelen, die der Hafen sind, obwohl viele lieber im Meer ertrinken. An alle, die diesen Weg gehen, auch dann, wenn keiner klatscht. An dich, weil ich dich fĂŒhlen kann. Wahrheit erkennt Wahrheit.

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3 Kommentare

  1. Das berĂŒhrt mich sehr. In dem was du beschreibst, erkenne ich etwas, das mir vertraut ist und es geht mir nah. Beim Lesen kommen mir TrĂ€nen, weil diese Erfahrung so tief und ehrlich geschildert ist.

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