Die Spannung zwischen Sicherheit und Wachstum


Ahnenwunden oder gesellschaftliche Konditionierungen, Regelwerke…
Egal wie wir das Kind nennen.

Heute spreche ich mit dir darüber, dass wir Menschen beigebracht bekommen haben, sehr genaue Vorstellungen zu pflegen, wie etwas zu sein hat.
Wir setzen uns Ziele. Danach streben wir dann.
Wenn wir angekommen sind, dann nennen wir es Erfüllung.


Aber erfüllt es uns wirklich?


Das Haus, die Familie, der Job, das Geld, das Ansehen?
Ja, es kann erfüllend sein, denn es geht mir in diesem Artikel weniger um das WAS, vielmehr um das WIE.
Ich will nicht darüber sprechen, dass Geld etwas Schlechtes ist oder die Wahl, eine Familie zu haben, nicht erfüllend sein soll, sondern eher darüber, WIE wir uns darin bewegen.

Du kannst verheiratet sein und 4x die Woche Sex haben und andere Menschen, die in ihrer Ehe 4 Monate keinen hatten, werden dich bewundern. Aber was, wenn es sich leer anfühlt? Weil das WAS eben nicht entscheidend ist, sondern wie wir uns dabei fühlen.

Vll hast du das Wichtigste im Leben nicht mitgenommen. Zu lernen, dich selbst zu spüren und deiner Seele zu folgen, ohne die Rollen zu erfüllen, in denen wir uns zu Hause fühlen sollen, auch dann, wenn wir es nicht als das empfinden.
Im Grunde dreht sich alles um Gefühle. Nur dass wir uns diese gerne aussuchen wollen und sie an Ergebnisse knüpfen und selbst dafür ein Regelwerk haben, welche Gefühle gut und welche schlecht sind und welche man meiden soll und welche beweisen, dass wir es geschafft haben.

Aber es sind nicht die Ergebnisse, es ist Berührung die uns verändert und unsere Seele nährt.
Jeder sehnt sich nach Ankommen.
Nach einem Zuhause in uns, welches dafür sorgt, dass wir aufhören können zu beweisen, mithalten zu müssen oder besser zu werden.
Nach Entschleunigung. Nach Langsamkeit, nach SEIN.

Was ist, wenn es in uns einen Ort gibt, an dem wir längst genug sind?

Wenn wir jemanden kennenlernen und es okay ist, wenn wir vor Nervosität uns in die Hose machen und uns dieses Mal entschieden, es laut auszusprechen.
Wenn wir Neues ausprobieren und die Angst des Scheiterns uns begleitet und wir es nicht verstecken müssen.
Wenn wir intim sind und uns Scham überkommt, weil etwas zum Vorschein kommt, was bisher unberührt war.
Wenn wir uns zeigen und sichtbar machen mit dem, was wir wahrnehmen, und wir trotzdem nach Sicherheit suchen.
Die Liste ist so lang – ich atme 😉

Es kann müde machen, ein Leben lang im selben Haus zu wohnen, den selben Job zu haben, die selben Routinen.
Ich will damit nicht ausdrücken, dass Wiederholung falsch ist, sondern dass wir eine Dynamik schaffen dürfen im Leben und im Nervensystem, um eine Balance zwischen Routine, Alltäglichem und Neuem zu leben. Wir dürfen ein Leben erschaffen, von dem wir uns nicht erholen müssen.

Beziehungen – warum schlafen so viele Beziehungen ein?

Nicht wegen der täglichen Wiederholung, sondern wegen der fehlenden Wertschätzung. Diese lässt sich nicht mit Verhalten ändern, sondern mit Wahrnehmung und der Fähigkeit, Dynamiken zu verändern zum Wohle aller.
Statt nach Sicherheit zu streben und Regelwerke der Gewohnheit sprechen zu lassen, die Seelen vom Blühen abhalten. Es wird Zeit, dass wir dynamischer werden und Veränderung als normal empfinden. Es ist viel mehr als Veränderung, es ist Erblühen in unseren schönsten Farben.
Aber das geht nur, wenn jeder sich selbst erkennt.
Weil ich sonst den anderen nicht erkennen kann.

Der Wandel der Seele

Es gibt Phasen im Leben, wo wir nach innen kehren dürfen. Manchmal freiwillig, manchmal werden wir gezwungen, weil wir keine andere Wahl mehr haben, manchmal laufen wir davor weg und manchmal geben wir uns dem hin, was sich da zeigen will, ohne zu wissen, wo es uns hinbringt.

Genau da entsteht die Krux zwischen Ego und Seele.
Zwischen „ich will das Ergebnis kennen“ und „ich will erleben“.

Erfüllung ist Wachstum und Entwicklung im SEIN.

Wir finden alles, was wir täglich haben, irgendwann normal, nicht weil wir nicht dankbar oder ungenügsam sind, sondern weil die Seele Erfahrungen sammeln möchte und Neues zu erleben- genau deshalb so gesund ist. Zu springen, auch wenn es uns eine Menge Mut kostet. Weil das Ziel eben doch nicht reicht, sondern die Bewegung das Ziel ist und wer wir auf dem Weg geworden sind.

Die Frage, die wir uns stellen dürfen, ist also nicht ganz oder gar nicht (Reich oder Arm, Beziehung oder Single), sondern Dynamiken zu beherrschen, zu verändern und zu führen. Menschlich, weltlich und seelisch.
Hierzu mehr in meinem anderen Blog: Reife- und Bewusstseinsmodell

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Ich will glücklich sein, aber…

…es ist uns noch viel zu wichtig, recht zu haben.
Stell dir vor, du bist traurig oder wütend und deine Bewertung, es wäre falsch, würde wegfallen.
Wie glücklich wärst du in diesem Moment?

Die Dynamik zwischen Gefühlen und Realität.

Wir sind nicht hier, um an uns zu arbeiten, damit wir uns dann im Regelwerk der Sicherheit besser fühlen.
Sondern um genau diese Regelwerke zu brechen, damit die Ketten weg sind und die Seele Raum zum Atmen hat.
Aber genau hier setzt es an.
Wer bist du ohne deine Firma oder deinen festen Job, weil du plötzlich vielleicht lieber ohne Team arbeiten willst oder dich verwirklichen möchtest. Der alte Schuh muss ausgezogen werden, damit der Neue am Fuß glänzen kann.

Wer bist du ohne deine Rollen, ohne die Sicherheit, die in Wahrheit nicht sicher ist, sondern Gewohnheit.
Volle Terminkalender sind lange schon kein Erfolgszeichen mehr, sondern entweder die Unfähigkeit zu skalieren oder die Vermeidung, sich selbst zu begegnen und nach innen zu kehren.
Viele Menschen wollen nicht fühlen, weil sie fürchten, dass sie tief in ihrem Inneren etwas finden, was schreit und nicht mehr aufzuhalten ist.
Doch Veränderung passiert nicht durch gute Gefühle, sondern durch Entscheidungen, die wir treffen genau dann, wenn Wahrheit nicht mehr verhandelbar ist.

Die innere Veränderung

Wenn das Alte nicht mehr geht, aber das Neue sich nicht zeigen will.
An diesem Ort spüren wir sie, die Angst vor Entscheidungen bzw. den Konsequenzen.
Die Einsamkeit, die damit einhergehen könnte, das Unverstanden-Sein in einer Welt, in der man angetreten ist, um gesehen zu werden und dazuzugehören. Aber spürt, das hat einen Preis, den man nicht mehr zahlen möchte.

Grenzen zu ziehen und Nein zu sagen ist eine Unabdingbarkeit in unserem Leben auf dem Weg zu unserer Seele
Weil alte Identitäten nicht mehr greifen und neue noch im Unbekannten wohnen und wir nur erahnen können, was dort auf uns wartet.
Am anderen Ende von Funktionieren und Leistung, am anderen Ende von Tun, um geliebt zu werden, am anderen Ende, an dem Ort in dir, wenn du nicht mehr glaubst, nicht genug zu sein.

Dort, wo du spürst, es ist Zeit für DICH und doch die Frage in dir brodelt, was ist, wenn du handelst, aber am anderen Ende nichts auf dich wartet?
Aber wir spüren, dass das, was wir getragen haben, nicht mehr stimmig ist und wir wissen genau, wenn Liebe nicht mehr innewohnt an den Orten, wo wir waren. Aber die Konsequenzen des eigenen Handelns sind oft laut.
Hier zu bleiben, nicht mehr auszuweichen, nicht mehr zu dulden, das erfordert so viel Mut, hier beginnt etwas Neues.

Unsere Wahrheit bekommt Farben und Formen, vielleicht nicht dort, wo wir dachten, aber dort, wo wir hingehören, ohne vielleicht zu wissen, wo das sein wird…
…und das Bleiben, bis es im Zellsystem angekommen ist, es ist die Rückkehr der Seele, die in Wahrheit nur das eigene Königreich bereit ist auszubauen.

Es wird stiller, auch wenn alles so viel lauter ist.
Stille muss man lesen können.
Stille ist nicht für Oberflächlichkeit.
Sie ist für Tiefe, die bereit ist, nicht auszuweichen.

Für Menschen, die Wahrheit nicht kompliziert finden, sondern bei denen es erst anfängt, Spaß zu machen, wenn man etwas nicht versteht, um zu lernen und zu wachsen und Fragen zu stellen – neugierig sein.
Dort, wo man nicht mehr recht haben will, weil Berührung die Währung und Fülle der neuen Zeit ist.

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Die Macht der eigenen Wirksamkeit

Wirksamkeit kann Angst machen, weil auf dem Weg zu deiner Seele die eigene Individualität gefragt ist und sie nicht in die Formen passt, die wir kennen.
Menschen wollen einordnen, weil es ihnen an Wahrnehmung fehlt, die über die eigene Vorstellung und Erfahrungswelt hinausgeht.

Es kann sich anfühlen wie ein großes Viereck, welches du in einen Kreis pressen sollst, ohne die Ecken abzuschneiden.
Aber die Wirksamkeit der Seele ist das Licht, welches ins Unsichtbare leuchtet, damit Schatten erkannt und gelöst werden dürfen, damit Entfaltung keinen Namen mehr hat.

Gerade Menschen mit feinem Nervensystem haben Angst vor Wirksamkeit und Anderssein, weil sie für die Wahrnehmung, die sie hatten, oft verurteilt, ausgeschlossen oder mundtot gemacht wurden.

Weil sie zwischen den Zeilen lesen, wo andere nicht einmal die Überschrift verstanden haben.
Weil sie fühlen, wonach niemand sich die Mühe machte hinzusehen.
Weil sie die Tränen nicht fertig geweint haben, als sie hörten: Es passt jetzt wieder, alles ist gut!
Weil sie eine Erinnerung in sich tragen, die vergessen wurde.

Aber wenn du dich selbst wählst, wirst du von deiner eigenen Wirksamkeit berührt sein, auch ohne Publikum, so wie ich gerade weine, während ich diese Zeilen schreibe.
Weil die Menschen, die für etwas Neues stehen, in Wahrheit etwas Altes berühren. Etwas, das wir vergessen haben.

Diese Zeilen kamen aus meiner Seele, um deine Seele zu berühren.
Um dir zu zeigen und zu vermitteln, dass es sich jeden Tag lohnt, JA zu dir selbst zu sagen.
Dass die Innenseiten der Außenseiter der Beginn einer neuen Ära sind, wenn wir anfangen, uns zu entscheiden, uns selbst zu wählen.

Wahrheit erkennt Wahrheit..

In Liebe
Sabrina

5 Kommentare

  1. Du bist Göttin in der Dualen Welt. Ich danke dir dafür mich immer dort abzuholen wo ich gerade stehe. Ich weiß nicht wie du das machst, aber es funktioniert sehr gut 😅

  2. Mir laufen die Tränen, Sabrina. Danke für diese Worte 🫶
    Ich bin ausgelaugt und Du sprichst aus was ich fühle ohne zu wissen wie ich es umsetzen kann. Love it ❤️

  3. Du bist wunderbar ❤️, genauso wunderbar, wie es sich plötzlich anfühlt, ein Außenseiter zu sein… der wahrnimmt, was andere „Außenseiter“ wahrnehmen. Ein Einheitsgefühl auf höchster Ebene.🙏 Worte lassen es nur erahnen, was das wirklich bedeutet! … und doch brauchen wir sie, um uns abholen zu lassen… Das ist dir gegeben. Behutsam und kraftvoll liebend.🙏 Wie sagst du immer: Ich fühle dich!❤️

  4. Ich liebe diese Worte. Das geht tief und berührt mich genau da, wo ich selbst gerade nicht weiß, wie sich das Neue zeigen soll.

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