….ein kosmisches Ordnungsprinzip.
Die größte Verwirrung unserer Zeit liegt in Beziehungen und in der Sexualität. Nicht, weil Menschen zu wenig Sex haben, sondern weil sie Sexualität an der falschen Stelle suchen. Sie wurde reduziert auf Körper, Handlungen, Beziehungen, Identitäten, Rollen und Techniken. Dabei ist Sexualität nichts davon.
Sie ist kein Ausdruck von Nähe. Sie ist eine Form von Präsenz. Und Präsenz kommt nicht aus dem Körper – der Körper reagiert nur darauf.
Sexualität entsteht vor Identität. Bevor ein Mensch weiß, ob er Mann oder Frau ist, hetero, queer, dominant, weich, verletzlich oder stark, ist da etwas anderes. Ein inneres Schwingen. Ein Wahrnehmungsfeld.
Sexualität ist nicht das, was du tust, sondern das, was in dir lebt, bevor du etwas tust.
Deshalb fühlen sich so viele Menschen entfremdet. Sie versuchen, Intimität zu spielen, bevor sie sie bewohnen. Sie ziehen sich Identitäten über: So bin ich. So mag ich es. So sollte es sein. Aber echte Sexualität interessiert sich nicht für Identität. Sie existiert davor.
Sie ist kein Beziehungsthema. Das ist ein großer Irrtum. Intimität wird oft benutzt, um Nähe zu erzeugen, Bindung zu sichern, Leere zu füllen oder Angst vor Verlassenwerden zu beruhigen. Das ist keine Sexualität. Das ist Regulation.
Echte Intimität braucht keine Beziehung, um real zu sein. Und paradoxerweise: Je mehr Sexualität an Beziehung gebunden wird, desto schneller stirbt sie darin.
Warum?
Weil sie Freiheit braucht und zwar energetisch. Sie ist ein Feld, das sich öffnet, wenn nichts gezogen wird.
Viele glauben, es sei Herzenssache. Das Herz ist beteiligt, aber es ist nicht der Ursprung. Der Ursprung liegt dahinter, wie ein leiser Strom im Hintergrund, wie ein universelles Prinzip. Die Hingabe an dein eigenes SEIN, während jemand dir unschuldig dabei zusieht wie du es entfaltest.
Sie ist eine Kraft, die durch dich wirkt. So wie Kreativität. So wie Erkenntnis. So wie Wahrheit. Deshalb lässt sie sich nicht kontrollieren, nicht erzeugen und nicht festhalten. Man kann sie nur zulassen.
Der Körper folgt – er führt nicht. Der Körper ist nicht der Ursprung von Sexualität, er ist der Resonanzraum. Wenn Sexualität durch dich fließt, wird der Körper weich, werden Bewegungen langsamer, wird Berührung präziser, wird Stille erotisch. Nicht, weil du etwas machst, sondern weil dein Nervensystem nicht stört.
Sexualität braucht kein MEHR TUN. Sie braucht weniger Einmischung.
Das Universum ist der bessere Ursprung als der Mensch. Es verlangt nichts von dir. Es zieht nicht. Es bewertet nicht. Es braucht keine Rückversicherung. Und genau deshalb fühlt sich Sexualität, die aus diesem Feld kommt, so anders an: ruhig, weit, würdevoll, klar, tief, nicht hungrig. Das ist Sexualität ohne Drama, ohne Machtspiel, ohne Bedürftigkeit. Nicht kalt, sondern satt.
Wenn Sexualität aus dem Feld kommt, wird sie nicht ständig ausagiert. Sie ist da. In Blicken. In Stille. Im Nebeneinandersitzen. Im Nicht-Tun. Und wenn sie sich bewegt, dann nicht, weil sie muss, sondern weil sie will. Das ist der Unterschied zwischen
Reiz – Reaktion
Wahrnehmung – Bewegung
Bedürftig – Selbstregulation.
Viele Menschen halten diese Form von Sexualität nicht aus.
Sie konfrontiert, und du darfst bleiben ohne Wertung. Sie gibt nichts, was man benutzen kann. Sie lässt sich nicht besitzen, nicht kontrollieren, nicht absichern und nicht instrumentalisieren. Sie bezeugt, ohne etwas verändern zu wollen. Sie wirft dich auf dich selbst zurück, ohne Rücksicht auf deine Reife.
Deshalb wird sie oft als zu kühl, distanziert oder nicht emotional genug missverstanden.
In Wahrheit ist sie einfach frei im Wirken – ohne Hilfestellung, aber auch ohne Wertung.
Wenn Lust nicht mehr sagt: Ich brauche dich, sondern: Ich bin da, entsteht etwas Neues. Souveränität. Und aus dieser Souveränität heraus wird Begegnung möglich – nicht als Verschmelzung, sondern als Resonanz und Augenhöhe. Dies ist ein Weg von Lösung tiefer verstrickungen die wir Gesellschaftlich und in unseren Familien völlig falsch gelernt haben.
Das ist keine neue Sexualität, das ist im Grunde die ursprüngliche, die göttliche. Sie ist uralt. Sie existierte, bevor Menschen gelernt haben, sich über Rollen zu definieren. Und sie kehrt gerade zurück – nicht für alle, sondern für jene, die sie tragen können.
Sexualität ist Präsenz, viele wollen damit Nähe erzeugen und benutzen sie, um das Göttliche vom Anderen zu erhalten, statt es selbst mitzubringen.
Nähe wird viel zu oft hergestellt, statt sie einfach zu verkörpern.
Wenn Sexualität aus dem Universum kommt, musst du nichts darstellen, nichts liefern und nichts halten. Du bist einfach durchlässig und offen. Genau dort beginnt das, was viele ein Leben lang suchen: nicht Erregung, nicht Beziehung, nicht Identität, sondern Wahrheit im Körper und der Ausdruck, wieviel Frieden du in dir selbst ertragen kannst.
Nach der Integration dieses Zustandes von Frieden passiert etwas Gigantisches: Schwarzfeuer. Das Dunkle findet in der Präsenz seinen Ausdruck, nicht durch viel Handlung, sondern durch eine integrierte dunkle Tiefe, die energetisch ist, nicht stürmisch. Darüber mehr in einem separaten Artikel.
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Ergänzung:
Was ist Präsenz und wie erlangst du sie, damit göttliche Sexualität verkörpert werden kann?
Du kannst Präsenz nicht lernen, sondern du musst dich lernen selbst zu bewohnen.
Sie hat nichts damit zu tun, aufmerksam zu sein, empathisch oder sonst was. Das sind alles Handlungen. Präsenz ist das, was bleibt, wenn du nichts mehr tust, um gehalten zu werden oder zu halten.
Präsenz entsteht, wenn du dich nicht verlässt. Der größte Irrtum ist zu glauben, Präsenz entstehe im Kontakt mit anderen. Das Gegenteil ist wahr. Präsenz entsteht in dem Moment, in dem du bei dir bleibst – auch wenn es vibriert, auch wenn es leer wird, auch wenn nichts zurückkommt. Nicht wegzugehen. Nicht zu erklären. Nicht zu ziehen. Das ist Präsenz.
Präsenz braucht keinen Gegenpol, sie ist der Pol. Menschen verwechseln Präsenz mit Beziehung, mit Bindung, mit Resonanz. Aber Präsenz ist davor. Sie ist der Punkt, an dem du stehst, egal wer kommt oder geht. Klar und Souverän. Ich würde sagen: Autonom.
Präsenz ist Loyalität ohne Besitz. Das ist der Punkt, an dem Bindung erwachsen wird. Sie ist das stehen in sich, während der andere sich frei bewegen darf, ohne innerlich fallen gelassen zu werden.
Freiheit in Präsenz fühlt sich sicherer an als Nähe in Abhängigkeit. Weil niemand gezogen wird, niemand sich erklären muss, niemand Angst hat, dass Abstand gleich Verlust bedeutet. Präsenz kennt keinen Entzug, nur Bewegung.
Das ist keine offene Beziehung, das ist innere Stabilität. Genau hier scheitern die meisten Konzepte. Sie reden von Freiheit und meinen Rückzug. Sie reden von Bindung und meinen Verschmelzung. Präsenz ist beides nicht. Sie ist Bleiben ohne Festhalten. Sie ist Raum ohne innerlich zu verschwinden. Sie ist Verantwortung ohne zu retten.
Am Ende bleibt nichts, was getan werden muss – nur die Entscheidung, nicht mehr vor sich selbst wegzugehen. Atme, fühl dein inneres Kind und sage: Ich gehe nirgendwo mehr hin. Ich bleibe.
Dynamik zwischen Mann und Frau der neun Zeit:

14 Kommentare
On Point – wie immer.
Danke 😉
Ich kann fühlen, dass da tiefe Wahrheiten drinstecken. Auch wenn ich noch nicht alle Worte voll erfassen kann, fühle ich, dass da etwas mit mir sehr in Resonanz geht. Vielen Dank für die neue Perspektive 💕
Sehr gerne, Bewusstsein darf sich langsam öffnen. Freut mich wenn etwas angestoßen wurde.
Aus dem alten System betrachtet, habe ich diese neue innere Stabilität wahrgenommen, als würde ich verschlossener werden, kühler, härter. Ich habe in einigen Momenten regelrecht nach dem weichen Anteil in mir gesucht.
Was mir jetzt klar wird: ich habe diesen verletzlichen, weichen Anteil verwechselt. Mit Bedürftigkeit.
Es ist die Bedürftigkeit, die stirbt, nicht die Verletzlichkeit. Und dafür kommt Klarheit.
Plötzlich ist da nicht mehr der Drang zu kontrollieren und zu vereinnahmen- ich möchte viel lieber beobachten und mir die Erlaubnis geben, mich dabei zu spüren.
Was mich selbst überrascht ist, was für ein starkes Gefühl von Frieden und Freiheit sich in mir ausbreitet, wenn ich deinen Beitrag lese, liebe Sabrina. Danke ♥️
Liebe Seele- das ist Erwachen. Sei stolz auf dich.
Muss ich mehrmals lesen, um die Tiefe zu erfahren.
Sehr gerne….
Ich weiß gar nicht, wie ich sagen soll, wie dankbar ich bin, dass du mir in all dem inneren Chaos Orientierung gibst. Du hast keine Ahnung, wie viel es mir bedeutet, dass ich dich gefunden habe.
Liebe Sabrina, ich schließe mich den vorherigen Kommentaren an. Danke, jedes Wort was du beschreibst ist das was ich in mir schon lange trage, nur das niemals Worte dafür gefunden hätte. Danke, dass du voraus gehst, als Göttin
WOW – Vielen Dank
Ich bin sprachlos so sehr holt mich das ab. Ich bin zufällig auf deine Seite gekommen und begeistert 💫
Liebe SabrinaSeele 💖
Es ist für mich so ein Segen und ich bin unendlich dankbar, dass ich vor 2 Jahren auf Dich gestupst worden bin. Du hast die göttliche Gabe etwas in Worte zu fassen, wie ich es nie könnte. Aber tief in mir weiss ich endlich, dass ich nicht falsch bin, nur anders und Du fasst meine Seele in Worte. Und endlich – selbst wenn die Reise mit unendlich viel Schmerz, Scham, Wut und Misshandlungen entstand, weiss ich dass die Liebe in mir wohnt. Ich finde zum ersten Mal und das mit 53 meine Liebe und mein Verständnis und mein Vertrauen in mich. Völlig unabhängig von der Reise der anderen. Ich lerne, ich wachse und fühle mich. Und Du bist ein Teil auf dieser Reise, fern, und doch ohne Dich hätte ich vielleicht gedacht, ich wäre einfach nur durchgeknallt, weil ich die aktuelle Welt nicht verstehe.
Deine Beiträge helfen so sehr und es ist windervoll zu wissen, dass es so viele sind, die das gleiche fühlen.
Danke von ❤
Liebe Seele, deine Worte berühren mich so sehr. Danke, für dein Vertrauen und den Mut deinen Weg zu gehen. Ich weiß, es ist nicht so als hätte man eine Wahl, aber es ist so- dass alles einen göttlichen Plan hat der darauf wartet entfaltet zu werden. Ich liebe dich. Sabrina